Zwischen 2022 und 2025 begleiteten wir gemeinsam mit dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg 113 Grundschulen mit insgesamt 1.337 Lehrkräften in knapp 300 Online-Fortbildungen zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Die folgende Fallstudie beschreibt, wie das Projekt konzipiert und umgesetzt wurde, welche inhaltlichen Schwerpunkte es setzte und welche Ergebnisse daraus hervorgegangen sind.
Geschäftsführer des Calleo Instituts
Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg (ZSL) stand 2022 vor einer doppelten Herausforderung:
Zum einen wurden die Grundschulen in den letzten Jahren im Rahmen des Digitalpakts mit Geräten und Infrastruktur ausgestattet. Für viele Lehrkräfte stellte sich nun die Frage, wie diese Ausstattung sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann – insbesondere in die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Sachunterricht.
Zum anderen sind viele Grundschulen im Land sehr klein, oft mit nur wenigen Lehrkräften. Klassische Präsenzfortbildungen bedeuteten lange Fahrtwege und waren gerade bei fachspezifischen Formaten aufgrund der geringen Teilnehmerzahlen kaum realisierbar.
Darüber hinaus legte das Land bei der Konzeption großen Wert auf zwei Aspekte: Einerseits mussten die Fortbildungen den datenschutzrechtlichen Vorgaben Baden-Württembergs entsprechen. Andererseits sollte die wachsende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz berücksichtigt werden – insbesondere für die Unterrichtsvorbereitung und die Unterstützung im Arbeitsalltag der Lehrkräfte.
Die Fortbildungsreihe startete 2022 mit einer Pilotierung, in der in enger Abstimmung mit dem ZSL Referat 31 zur Aus- und Fortbildung von Grundschulen ein neues Fortbildungskonzept entwickelt und erprobt wurde. Begleitend dazu fanden mehrere unverbindliche Informationsveranstaltungen für interessierte Schulleitungen in Baden-Württemberg statt. So konnten die Schulleitungsteams das Konzept in einer Videokonferenz kennenlernen und gemeinsam entscheiden, ob sie es mit ihrem Kollegium wahrnehmen wollten. Aufgrund der großen Nachfrage – bereits im ersten Jahr nahmen rund 50 Schulen und über 500 Lehrkräften teil – und der positiven Evaluation wurde die Zusammenarbeit anschließend um zwei weitere Jahre verlängert und landesweit fortgesetzt.
Die anschließende Durchführung folgte einer klaren Struktur, die sowohl organisatorische als auch methodische Besonderheiten vereinte.
Um auch kleinere Schulen einbeziehen zu können, wurden regionale Schulverbünde gebildet. Diese orientierten sich an den jeweiligen Regionen und an der technischen Ausstattung der Schulen. Der Zusammenschluss brachte mehrere Vorteile:
Die Fortbildungen wurden als Online-Veranstaltungen durchgeführt – ein Format, mit dem Calleo große Vorerfahrung hat. Seit der Corona-Zeit hat das Institut mehrere hundert Schulen online geschult, u. a. in enger Kooperation mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern.
Entscheidend war, dass die Online-Seminare methodisch wie Präsenzveranstaltungen gestaltet waren: nicht im Sinne von Frontalvorträgen, sondern mit Erarbeitungsphasen, Reflexionseinheiten und Ausprobierphasen.
Viele Schulen gaben anschließend zurück, dass diese Online-Fortbildungen sogar konstruktiver und gewinnbringender erlebt wurden als klassische Vor-Ort-Formate. Deshalb war die aktive Beteiligung der Lehrkräfte von Beginn an obligatorisch – Video- und Mikrofoneinsatz gehörten verbindlich dazu. Dieses Vorgehen wirkte sich unmittelbar positiv auf die Qualität der Seminare aus und trug zu einer besonders konstruktiven Lernatmosphäre bei.
Im ersten Teil der Fortbildungsreihe standen die Grundlagenseminare im Mittelpunkt. Alle Fortbildungsgruppen wurden individuell befragt, welche digitalen Medien sie bereits nutzen, in welchen Unterrichtsphasen sie diese einsetzen und wo sie besonderen Bedarf sehen. Die Dozentinnen und Dozenten konnten sich dadurch gezielt auf den Wissensstand und die Bedürfnisse jeder Gruppe vorbereiten – ohne Inhalte zu wiederholen, die bereits bekannt waren, und mit einem Fokus auf Themen mit besonderem Entwicklungspotenzial.
Da das Interesse und die Kenntnisse der Kollegen doch sehr unterschiedlich sind, war der differenzierte Einstieg in die Programme für uns sehr wichtig. Die Art der Durchführung und der Erprobung war für eine digitale Fortbildung aber sehr angenehm und nachvollziehbar
Die Zeit während der Fortbildung wurde sehr effizient genutzt; zugleich war viel Zeit zum Üben/Ausprobieren und man hat die vorgestellten Programme im Detail erklärt bekommen.
Die Einführungsfortbildung hat uns viele neue Programme und Einsatzmöglichkeiten vorgestellt. Die "digitale" Kompetenz der Fortbildner hat mich sehr überzeugt.
Die Veranstaltung war praxisnah, kurzweilig und wir können die Inhalte nachhaltig nutzen.
Die Dozent*innen waren kompetent, Zeit zum Ausprobieren während der Fortbildung war vorhanden und ist wichtig, weil es die Wahrscheinkichkeit der späteren Anwendung erhöht. Auch das Online-Format war sehr positiv.
Gerade an Grundschulen ist es wichtig, Digitalisierung nicht als Selbstzweck zu betrachten. Deshalb war es dem Calleo-Dozententeam ebenso wie dem ZSL wichtig, den Mehrwert in den Vordergrund zu stellen. Erfahrungsgemäß ist die Skepsis gegenüber digitalen Medien an Grundschulen größer als an anderen Schulformen – nicht selten aus Sorge, dass wesentliche Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen vernachlässigt werden könnten. Ziel war es daher, digitale Medien wohldosiert einzusetzen, dort wo sie tatsächlich einen Mehrwert schaffen.
Eine besondere Rolle spielten die Calleo-Dozenten, die selbst Grundschulerfahrung haben oder aktiv an Grundschulen unterrichten. Sie konnten praxisnah vermitteln, wie digitale Medien in den Klassenstufen 1 bis 4 gewinnbringend eingesetzt werden können – mit Augenmaß und in enger Orientierung an den tatsächlichen Bedürfnissen der Lehrkräfte.
Der zweite Teil der Fortbildungsreihe bestand aus den Aufbauseminaren, die in der Regel im Frühjahr und Sommer stattfanden. Hier hatten die Lehrkräfte die Möglichkeit, entsprechend ihren fachspezifischen Bedürfnissen und methodischen Schwerpunkten aus einer Vielzahl an Themen zu wählen. Um die Nachhaltigkeit zu sichern, wurden die Aufbauseminare zeitlich bewusst erst einige Zeit nach den Grundlagenseminaren angesetzt – so konnten die zuvor vermittelten vorherige Inhalte zunächst im eigenen Unterricht erprobt und anschließend durch neue Impulse vertieft werden.
Die landesweite Organisation machte es möglich, Fortbildungen nicht nur in den zentralen Fächern wie Deutsch, Mathematik oder Sachunterricht anzubieten, sondern auch in Fächern, die an einzelnen Schulen nur von wenigen Lehrkräften unterrichtet werden – etwa Musik, Kunst oder Englisch. Daneben spielten auch übergreifende Themen wie Heftführungsprogramme für Lehrkräfte, das Thema KI in der Unterrichtsvor- und nachbereitung, die Bedeutung von Fake News für die Grundschule oder digitale Diagnostik- und Wissensüberprüfungsprogramme eine wichtige Rolle.
Kreative Ideen, gut aufgebaut, schrittweise wird jeder mit genommen, freundliches Personal!
Die Veranstaltung war sehr gewinnbringend, fachdidaktisch kompetenz aufgebaut und äußerst teilnehmerorientiert. Wir können die Veranstaltung sehr empfehlen.
Die Veranstaltung war sehr gut geplant und wurde sehr professionell durchgeführt und angeleitet. Jeder erhielt die Möglichkeit verschiedene Apps auszuprobieren. Dies wurde als sehr gewinnbringend empfunden. Nun können wir als Kollegium überlegen, was zu uns passt.
Die Seminare sind von Interesse für das gesamte Kollegium und ein Gewinn für die Kinder. Die Anwendungen sind sehr gut gewählt.
Bei allen fachspezifischen Veranstaltungen wurden ausschließlich Dozentinnen und Dozenten eingesetzt, die diese Fächer auch selbst aktiv unterrichten – ein Aspekt, der von den teilnehmenden Lehrkräften besonders positiv hervorgehoben wurde.
Mehr als 1.300 Lehrkräfte nahmen in den ersten drei Jahren an knapp 300 Online-Seminaren teil. 89 % der Teilnehmenden gaben an, dass sich ihre Kenntnisse zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht durch die Fortbildung stark verbessert haben. 92% sahen insbesondere beim Thema Künstliche Intelligenz einen immensen Mehrwert für ihren Unterricht.
Aus den Rückmeldungen lassen sich drei zentrale Punkte herausarbeiten:
Die Veranstaltung brachte für alle Teilnehmer des Kollegiums, unabhängig von den Vorkenntnissen neuen Input und neue Anregungen zum Medieneinsatz im Unterricht. Die Dozenten waren sehr professionell und flexibel. Besonders mit der Nachbetreuung und der zur Verfügung gestellten Datenbank zum Wiederaufgreifen von Inhalten, sprach mich besonders an.
Das Interesse im Kollegium in diesem Bereich ist sehr groß. Eine qualifizierte Fortbildung von einem professionellen externen Anbieter zu erhalten, war deshalb wichtig. Wir waren sehr zufrieden.
Sehr gute Vorbereitung, alles gut erklärt, die Technik lief,, der Zeitrahmen war gut., der Ablauf war klar gegliedert und es bestand eine gute Balance zwischen Input und Programme selbst ausprobieren.
Die Fortbildung war sehr informativ und es fand ein großer Lernzuwachs im Kollegium statt.
Die Zusammenarbeit zwischen dem ZSL Baden-Württemberg und dem Calleo Institut zeigt, wie durch gezielte Strukturierung, den Einbezug von Grundschul-Dozenten und die Kombination von Schulverbünden und Online-Formaten sowohl größere Grundschulen als auch kleinste Kollegien erfolgreich erreicht werden können. Damit liefert das Projekt ein Modell, wie Digitalisierung im Grundschulbereich systematisch und praxisnah umgesetzt werden kann – und die Ergebnisse sind übertragbar auf weitere Bundesländer und Schulformen.
Gleichzeitig macht die Fallstudie deutlich, dass auch in Schulformen, in denen Digitalisierung häufig auf Skepsis trifft, sehr positive Ergebnisse erzielt werden können, wenn die Fortbildungen passgenau ausgerichtet sind. Gerade in der Grundschule ist es entscheidend, digitale Medien nicht als Selbstzweck zu betrachten, sondern dort einzusetzen, wo sie gegenüber analogen Methoden einen erkennbaren Mehrwert bieten – abgestimmt auf die Klassenstufen 1 bis 4 und die konkrete Ausstattung der Schulen. Die enge Arbeit mit Dozentinnen und Dozenten, die selbst in Grundschulen tätig sind, war hierbei ein zentraler Erfolgsfaktor: Sie konnten praxisnah und mit Augenmaß vermitteln, wie digitale Werkzeuge sinnvoll und differenziert in den Unterricht integriert werden können.
Geschäftsführer des Calleo Instituts
Stefan Burggraf von Frieling ist als Dozent an über 20 Universitäten tätig und ausgebildeter Gymnasiallehrer. Als Geschäftsführer des Calleo Instituts berät er Kultusministerien, Schulen und Führungskräfte in der Schullandschaft in den Bereichen Strategiemanagement, Digitalisierung & Lernpsychologie.
Wir unterstützen Lehrkräfte bundesweit dabei, ihren Unterricht mithilfe von erfolgsbewährten, praxisnahen Konzepten nachhaltig zu verbessern und durch den Einsatz digitaler Medien noch lernwirksamer und spannender zu gestalten.
Erfahren Sie, welches Fortbildungskonzept für Ihre Schule das richtige ist.
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