Schulformübergreifende Lehrerfortbildung: Fallstudie zum Bistum Limburg

Zwischen 2021 und 2024 begleitete das Calleo Institut den privaten Schulträger Bistum Limburg mit seinen sechs Schulen bei der Einführung und Weiterentwicklung digitaler Medien im Unterricht. Ziel war es, für alle Kollegien passgenaue, schulformspezifische Fortbildungsangebote zu entwickeln und flexibel umzusetzen.

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geschulte Lehrkräfte
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Autor: Stefan von Burggraf Frieling

Geschäftsführer des Calleo Instituts

Inhaltsverzeichnis

1. Ausgangslage und Herausforderungen

Nach dem Bistum Hildesheim war das Bistum Limburg in den Jahren 2020 bis 2022 der zweite freie Schulträger, der mit dem Calleo Institut kooperierte. Unter dem Dach der St. Hildegard-Schulgesellschaft mbH vereint der Träger folgende Schulen:

  • St. Angela-Schule, Königstein

  • Bischof-Neumann-Schule, Königstein

  • Marienschule, Limburg

  • St. Ursula-Schule, Geisenheim

  • Johannes-Gymnasium, Lahnstein

  • Ketteler-La Roche-Schule, Oberursel (Fachschule für Sozialwesen)

Für einen Schulträger stellen sich bei der Planung von Fortbildungen mehrere Leitfragen:

  • Wie können Schulen gezielt begleitet und gefördert werden, ohne ihnen eine zu enge inhaltliche Vorgabe zu machen?

  • Wie können Schulen die Freiheit behalten, sich im eigenen Tempo und mit eigenen Schwerpunkten zu entwickeln?

  • Wie kann gleichzeitig sichergestellt werden, dass die Unterrichtsqualität in allen Schulen perspektivisch steigt und die schulischen Medienentwicklungspläne umgesetzt werden?

Um diese Fragen zu klären, fand zunächst eine Videokonferenz mit den wichtigsten Entscheidungsträgern des Schulträgers statt. Das vorgestellte Konzept wurde als gewinnbringend für die Schulen eingeordnet – insbesondere, weil jede Schule eigene Schwerpunkte wählen und ihr Kollegium im selbst gewählten Tempo schulen konnte. Auf dieser Grundlage wurde die Zusammenarbeit beschlossen.

2. Aufbau und Durchführung der Fortbildungsreihe

Im nächsten Schritt wurde das Konzept den Schulleitungsteams aller sechs Schulen in einer gemeinsamen Videokonferenz präsentiert. Neben einem Überblick über mögliche Formate (Grundlagen- und Aufbauseminare, Lernplattform-Seminare, Vertiefungsimpulse) wurden auch Referenzbeispiele anderer Schulen vorgestellt. Alle offenen Fragen – zur Anpassung an die technische Ausstattung, zum kirchlichen Datenschutz, zur Eignung der didaktischen Anwendungen für die jeweilige Schulform und zum Schulungstempo – konnten direkt besprochen werden.

Unterschiedliche Wege – ein gemeinsamer Rahmen
Aufgrund der heterogenen Bedarfe entschieden sich die sechs Schulen für drei verschiedene Wege:

  1. Fächerübergreifende Grundlagenseminare mit fachspezifischen Aufbauseminaren (2 Schulen)
    • Einstieg über Grundlagenseminare für das gesamte Kollegium.

    • Darauf aufbauend Aufbauseminare in Fächern wie Deutsch, Fremdsprachen und Naturwissenschaften.

  2. Fächerübergreifende Grundlagenseminare und Vertiefungen der eigenen Lernplattform (2 Schulen)

    • Nach den Grundlagenseminaren entschieden sich zwei Schulen, ihre etablierten Lernplattformen systematisch zu vertiefen: eine Schule mit Moodle, eine weitere mit itslearning.

    • In aufeinander aufbauenden Modulen wurden praxisnahe Szenarien vermittelt:

      • Bereitstellung von Arbeitsmaterialien für Schüler:innen,

      • produktivere Kommunikation zwischen Lehrkräften und Klassen,

      • Leistungsüberprüfungen mit automatischer Auswertung,

      • individuelle Lernpfade und Fördermöglichkeiten,

      • sowie die Einbindung in die Elternarbeit.

    • Die Module wurden nach Kompetenzniveaus differenziert und über ein Schulhalbjahr hinweg angeboten.

  3. Thematische und fachspezifische Aufbauseminare (2 Schulen)
    • Lehrkräfte wählten eigenverantwortlich aus thematischen und fachspezifischen Seminaren die für sie relevanten Schwerpunkte.

Durchführungsmodus
Die Fortbildungen fanden überwiegend online statt – entweder an unterrichtsfreien Nachmittagen in Serie oder als kompakter SchiLF-Tag. So ließ sich die Teilnahme flexibel mit dem Schulkalender verbinden und Unterrichtsausfälle minimieren.

Vertiefungsimpulse (2023/2024)
Aufgrund der positiven Resonanz beschloss der Schulträger, weitere Vertiefungsseminare anzubieten. In einer Bedarfsabfrage nannten Lehrkräfte u. a. KI-Anwendungen, den Umgang mit Fake Newsdigitale Heftführung und weitere fachspezifische Themen. Diese Angebote wurden schulformübergreifend organisiert, sodass auch Lehrkräfte in Fächern wie Kunst, Sport und Musik eigene Seminare erhielten.

Im nächsten Schritt wurde das Konzept den Schulleitungsteams aller sechs Schulen in einer gemeinsamen Videokonferenz präsentiert. Neben einem Überblick über mögliche Formate (Grundlagen- und Aufbauseminare, Lernplattform-Seminare, Vertiefungsimpulse) wurden auch Referenzbeispiele anderer Schulen vorgestellt. Alle offenen Fragen – zur Anpassung an die technische Ausstattung, zum kirchlichen Datenschutz, zur Eignung der didaktischen Anwendungen für die jeweilige Schulform und zum Schulungstempo – konnten direkt besprochen werden.

3. Ergebnisse und Resonanz

Die Fortbildungsreihe wurde von den Schulen sehr positiv bewertet – vor allem, weil die Schwerpunkte individuell wählbar waren und auch die eigene Lernplattform gezielt vertieft werden konnte. Besonders geschätzt wurde, dass Dozentinnen und Dozenten eingesetzt wurden, die die jeweilige Plattform selbst im Schulalltag nutzen und praxisnah vermitteln konnten.

Zentrale Befunde:

  • Künstliche Intelligenz im Fokus: Von den rund 60 Vertiefungsseminaren entfiel ein erheblicher Teil auf KI-Themen; diese wurden als besonders relevant für die Unterrichts- und Vorbereitungsarbeit beschrieben.

  • Hohe freiwillige Teilnahme: Über 80 % der 502 Lehrkräfte meldeten sich in ihrer Freizeit für Vertiefungsseminare an – ein deutliches Signal für Nachhaltigkeit und Relevanz.

  • Breite Wirksamkeit: Auch Lehrkräfte aus kleineren Fächern (Kunst, Sport, Musik) erhielten durch die schulformübergreifende Organisation passgenaue Angebote.

  • Passung und Flexibilität: Die Kombination aus eigenem Tempo, vorab ermittelten Bedarfen und Wahlfreiheit erhöhte die Akzeptanz und die nachhaltige Übertragung in den Unterricht.

4. Fazit

Die Fallstudie zum Bistum Limburg zeigt, wie ein Schulträger mit heterogenen Schulen von einem flexibel strukturierten Fortbildungskonzept profitieren kann. Je nach eigener Ausstattung und Schulentwicklungszielen setzten die Schulen unterschiedliche Schwerpunkte:

  • einigen war es wichtig, fächerübergreifende Programme für die Gestaltung von Unterrichtsphasen kennenzulernen,

  • andere legten den Fokus auf die Weiterentwicklung des Unterrichts mit der eigenen Lernplattform,

  • fast alle nutzten zudem die Möglichkeit, aus einem Pool von themen- und fachspezifischen Angeboten eigenverantwortlich zu wählen.

Gerade diese Balance aus individueller Freiheit der Einzelschule und der gemeinsamen Qualitätsentwicklung im Verbund erwies sich als Erfolgsfaktor. Das Projekt macht deutlich, wie durch klare Struktur, schulformspezifische Anpassung und nachhaltige Vertiefungsimpulse ein tragfähiges Modell entsteht – übertragbar sowohl auf öffentliche als auch auf private Schulträger.

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Autor: Stefan von Burggraf Frieling

Geschäftsführer des Calleo Instituts

Stefan Burggraf von Frieling ist als Dozent an über 20 Universitäten tätig und ausgebildeter Gymnasiallehrer. Als Geschäftsführer des Calleo Instituts berät er Kultusministerien, Schulen und Führungskräfte in der Schullandschaft in den Bereichen Strategiemanagement, Digitalisierung & Lernpsychologie.

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