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Podcast-Folge mit Ria Nolte und Stefan Burggraf von Frieling: Schulen digital! Doch Lehrer offline?

Autor: Stefan von Burggraf Frieling
Autor: Stefan von Burggraf Frieling

Geschäftsführer des Calleo Instituts

Inhaltsverzeichnis

In der Episode „Schulen digital! Doch Lehrer offline?“ des Podcasts MUTmachGeschichten mit RiNo spricht die Gastgeberin, Ria Nolte, mit Stefan Burggraf von Frieling. Er hat mit seiner Firma Calleo ein innovatives Konzept für die Entwicklung einer neuen Feedbackkultur im Unterricht entwickelt. Dies wird von Lehrern an Lehrer weitergegeben und verbindet Fragen der Qualität des Unterrichts mit den digitalen Möglichkeiten unserer Zeit. Dieser Prozess des Voneinander Lernens erzeugt eine Sogwirkung auch für die anderen Bereiche des Unterrichts in ungeahnter Resonanz. Obwohl wir aus verschiedenen Seiten auf die Prozesse in Schule schauen, ist es spannend, mit welchen ähnlichen Ideen wir die Entwicklung des Schulsystems in Deutschland voranbringen wollen.

 

Feedbackkultur als Motor digitaler Schulentwicklung

"Seid mutig, holt euch Feedback ein, um euch zu verbessern, um weiter zu wachsen."


Audiotranskript

Ria: 75 Prozent aller Eltern sagen, sie haben zu wenig Zeit für ihre Schulkinder und machen sich deshalb Sorgen, doch nicht mehr lange. Denn in diesem Podcast erhalten Sie konkrete Anregungen, wie Sie endlich trotz aller Anforderungen mehr Zeit für sich und Ihre Kids haben. Ich bin Ria Nolte und los geht’s mit meinen MUTmachGeschichten. 

Manchmal wissen wir genau, was wir wissen. Manchmal wissen wir, was wir nicht wissen. Das ist dann der Moment, wo wir anfangen zu gucken. Wird dieses Wissen erhalten können? Auch die Situation, wenn wir nicht wissen, was wir nicht wissen. Ist klar. Dann tangiert es uns nicht und es ist, als würden sich zwei Geraden im Raum aneinander vorbei bewegen. Es passiert nichts. Doch manchmal wissen wir nicht, was wir alles wissen. Und es gibt dann Situationen, in denen dieses Wissen plötzlich klar wird, in denen plötzlich Dinge aufflammen, die wir vor vielen, vielen Jahren schon einmal in einen Zusammenhang gehört haben, aber die vergraben lagen oder die wir in diesem Moment gar nicht gebraucht haben. Und ich denke, dass wir heute in einer dieser Situationen sind, in denen lange nicht genutztes Wissen plötzlich von ungeheurer Bedeutung wird. Wir sind in einer Phase der Veränderungen in allen Bereichen unseres Lebens. Ob es Schule ist, ob es Arbeit ist, ob es Gesellschaft ist, ob es Kultur, ob es Kunst ist. Alles formiert sich neu. Doch Digitalisierung ist nicht unbedingt digitaler Wandel. Das habe ich vor kurzem von einem Experten gehört, der mir die Augen geöffnet hat und diesen Experten habe ich mir natürlich sofort ans Mikrofon geholt. Und ich begrüße heute Abend ganz herzlich Stefan Burggraf von Frieling. Einen wunderschönen guten Abend!

Stefan: Schönen guten Abend Ria! Vielen Dank für die Einladung! Schön heute hier zu sein.

Ria: Beginnen wir aber erst mal bei dir selbst. Du beschreibst dich als neugierig, ambitioniert und Kakaoliebhaber. Wie passt das zusammen?

Stefan: (lacht) Ich wusste nicht, dass du diese Frage nimmst, aber ja, der Kakaoliebhaber ist natürlich selbsterklärend. Ich bin von Natur aus neugierig. Das heißt, ich interessiere mich für ganz, ganz viele Bereiche, weil ich immer natürlich das Gefühl anknüpfend an dein Zitat habe, Mensch da gibt es eine ganze Menge von Dingen, die ich noch nicht weiß. Und die erfahre ich ja erst, wenn ich mich über meinen Tellerrand hinaus aus meiner Komfortzone hinaus begebe und mal schaue was gibt es denn da eigentlich? Und vor dem Hintergrund habe ich dann aber auch den Anspruch Ich möchte versuchen neue Ideen, wenn ich sie aufnehme, hier speziell für mein Unternehmen, für unser Bildungsunternehmen, auch umzusetzen, auf einem sehr sehr hohen Niveau, dann einfach auch zu implementieren. Und vor diesem Hintergrund glaube ich, passen die drei Wörter ganz gut zusammen.

Ria: Du hast es gleich erwähnt. Du bist der Gründer und der Leiter des Unternehmens Calleo. Das ist ein Weiterbildungsunternehmen. Könntest du dazu vielleicht ein paar Worte über die Geschichte und auch über die Entstehung dieses Unternehmen sagen und was dieses Unternehmen genau macht?

Stefan: Ja, gerne. Calleo wurde 2018 gegründet, als noch ein relativ junges Unternehmen und es ist daraus entstanden, dass ich nach meinem Lehramtsstudium. Du weißt, ich bin ursprünglich Gymnasiallehrer mit den Fächern Deutsch, Religion und Englisch, das mir auch immer sehr viel Freude bereitet hat zu unterrichten und ich habe nach meinem Lehramtsstudium mit diesen drei Fächern eben an der Universität Marburg begonnen, eigene Lehraufträge zu geben, in den Bereichen Lernen, Psychologie, Stress, Zeitmanagement und eben auch Digitalisierung.
Digitalisierung war beispielsweise mal ein Thema, was ich gar nicht so richtig als Lerninhalte eigentlich begriffen habe, weil für mich hat es immer dazugehört, digitale Medien einfach in meiner Lehre zu verwenden. Weil mir das zum Beispiel einfach wichtig war haben das meine Studierenden auch eigentlich verstanden. Du kennst vielleicht auch diese Situation. Wir haben eine Unterrichtseinheit mit einer Klasse und wir fragen die am Ende der Unterrichtseinheit habt ihr es eigentlich alle verstanden oder gibt es irgendwelche Fragen? Die nicken alle nett. Und dann gehe ich in die nächste Stunde hinein. Ganz, ganz viele wissen eigentlich gar nicht, wovon ich spreche, haben sich aber gar nicht getraut, sich einfach zu Wort zu melden und in diesem Moment habe ich einfach Feedback Programme für mich als sehr, sehr wertvoll für meine Lehre begriffen. Dabei hat sich Digitalisierung als eine unserer Schwerpunkte dann auch beim Calleo Institut entwickelt. Das heißt, diese Lehraufträge, die ich ursprünglich an Universitäten gehalten habe, das war dann irgendwann so 15 bis 20 Universitäten und Hochschulen, wo diese Lehraufträge stattfanden, da waren immer digitale Medien auch ein zentraler Bestandteil, nicht inhaltlich, aber methodisch. Und irgendwann haben halt die ersten Lehrerfortbildungszentren und Kultusministerien gefragt „Mensch, du bist noch Lehrer. Wir haben hier eine ganze Menge von Lehrkräften, die möchten gerne lernen, wie ich besser digital unterrichte.” Dann habe ich die ersten Workshops dafür konzipiert und kannte die Zielgruppe natürlich sehr genau, weil ich selbst unterrichtet habe und auch selbst Lehrer bin. So ist Calleo entstanden. Heutzutage, das ist noch einige Jahre später, sind wir jetzt mit etwa 50 Dozentinnen und Dozenten deutschlandweit eines der größten Fortbildungsinstitute und das einzige Fortbildungsinstitut in dieser Größe, das auch wirklich nur Lehrkräfte als Dozentinnen und Dozenten beschäftigt. Ich hoffe, ich habe jetzt nicht zu weit ausgeholt, Ria. (lacht)

Ria: Nein, Danke, danke. Also es ist für mich auch noch mal sehr interessant. Ich habe mir natürlich deine Seite angeschaut. Du hattest gerade von diesem Feedback Programm gesprochen.

Stefan: Das Feedback wird bei uns bei Calleo auf ganz unterschiedliche Art und Weise implementiert, also mindestens auf drei, vier Ebenen. Ich versuche das mal herunterzubrechen. Früher, als ich einfach nur meine Workshops gehalten hab, als ich meine Lehraufträge wahrgenommen habe, als ich mein Unterricht vor Schülerinnen und Schülern gehalten habe, da habe ich Feedback Programme verwendet, um am Ende zum Beispiel die Schüler zu fragen hast du es eigentlich verstanden? Welche Rückfragen hast du noch zum Thema? Es hat mir also einfach für meine eigene Wissensvermittlung ein Feedback gegeben, wo stehen meine Schüler? Aber auch ein Feedback über meine eigene Wissensvermittlung, also die Qualität meiner Wissensvermittlung. Das ist ja etwas, das heutzutage Gott sei Dank immer mehr eine Rolle spielt. Dass auch die Lehrkraft selbst in dieser Position ist, dass sie auswerten kann. Wie gut habe ich diesen Unterrichtsgegenstand gerade vermittelt? Wie viel Prozent meiner Schüler haben das eine Thema verstanden und das andere Thema verstanden? Und wie kann ich möglicherweise selbst noch anschaulicher, noch verständlicher, noch offener, noch freier einfach das Thema vermitteln? Das war die erste Ebene. Dann gibt es natürlich in Calleo ich sage immer zu den Dozentinnen und Dozenten, die bei Calleo anfangen, dass man Fehler nicht als ein Tadel begreift, etwas was man vermeiden möchte, sondern dass es hier einfach sein muss, dass man möglichst schnell viele Fehler macht und idealerweise sehr viel daraus lernt und dafür ist Feedback unerlässlich. Und das bedeutet auch wenn wir zum Beispiel einen Workshop machen, auch wenn ich diesen Workshop und in meinem Fall ist es zum Teil ja wirklich so ich habe bestimmte Inhalte schon über 500 mal so vermittelt, wenn ich eine Fortbildungsgruppe habe. Wir machen ein Seminar für die Deutschlehrer, für die fächerübergreifende Anwendung oder für Feedback Programme, dann habe ich bestimmte Programme schon weit über 500 mal vermittelt und die geben mir am Ende ein komplett anonymisiertes Feedback. Und die sagen „Stefan, auf einer Skala von 1 bis 5 wie gut fand ich dich? Was kannst du noch verbessern? Was könnt ihr als Institut verbessern? Was kann vielleicht auch meine Schule verbessern, um mich noch besser zu unterstützen? Was fand ich richtig gut, was könnt ihr so beibehalten?” Und das mache ich auch beim 501 Mal noch, weil mir dieses Feedback wichtig ist, weil ich daran als Lehrperson unglaublich viel wachsen kann. Das bedeutet, wir sagen nicht einfach wir haben ein fertiges Konzept, sondern wir haben ein Lehrerfortbildungsinstitut und ich bin wahnsinnig stolz auf unser Team, wir haben ein großartiges Team. Wir haben da Lehrpersonen, die jeden einzelnen Tag unterrichten, die sagen ich habe aber total Lust, es noch an Lehrer weiterzugeben. Lehrerinnen und Lehrer, du weißt, wir sind nicht unbedingt das einfachste Klientel, das man sich aussuchen kann (beide lachen). Calleo heißt ja Wissen in die Praxis übertragen. Eine andere lateinische Bedeutung davon heißt ein dickes Fell haben. Ich denke beides trifft zu. Das braucht man, wenn man bei Calleo tätig ist (lacht). Aber man bekommt dann wirklich ungeschöntes Feedback von Lehrkräften komplett anonymisiert. Daran kann man wachsen. Es bedeutet aber auch, dass Calleo daran wächst, dass mir am Ende, also unserem Team, auch die Dozenten am Ende ein Feedback geben. „Stefan, wie kannst du mich noch besser unterstützen?” Und das sind ja einige Aspekte dieser Feedbackkultur.

Ria: Es war ja viele Jahre in der Schule so, dass man diesen typischen Weg des Lernens überhaupt nicht machen durfte, dieses Tried and Error, dieses Fehler und Irrtum. Ich glaube, wir kommen jetzt langsam da wieder dahin zurück, indem wir sagen Leute, probiert erst mal was und dann guckt mal, ob ihr diese Lösung habt, die da eigentlich im Lehrbuch steht. Und dann geht rückwärts und prüft wo waren eure Fehler? Denn Fehler machen ist aus meiner Perspektive eine ganz, ganz wichtige Quelle des Lernens oder eine der wichtigsten Quellen des Lernens. Und du hast, deshalb musste ich vorhin noch so schmunzeln, mir ja so eine Anekdote mit an die Hand gegeben, die ich kurioserweise unmittelbar nachdem du mir das gesagt hattest, von jemand völlig anderen in ganz kurzer Form genauso formuliert bekommen habe. Also vielleicht möchtest du die Anekdote mal kurz sagen. Ich fand die hochinteressant und das drückt genau das aus.

Stefan: Wie du schon gesagt hast. Thomas J. Watson war ehemaliger Geschäftsführer von ABM, eine sehr bekannte Persönlichkeit im 20. Jahrhundert und hatte ein sehr großes Team. Es gab dort einen jungen Mitarbeiter, dieser junge Mitarbeiter, der hatte schon früh Verantwortung für ein wirklich großes Projekt und er hat in diesem Projekt, wohl einige Fehler gemacht oder einen sehr substanziellen Fehler. Der hat das Unternehmen 600.000 Dollar gekostet. Wenn man sich jetzt kurz in diesen, Mitarbeiter hinein denkt, der wird dann in das Chefbüro zitiert, hoch zu Herrn Watson, fährt in das Stockwerk dann nach und nach ganz hoch. Die Tür geht auf und er tritt Herrn Watson gegenüber, ist total nervös natürlich und erwartet in jedem Moment „ok, jetzt bekomme ich die Kündigung.” Er hat sich da einfach gedanklich, damit natürlich schon tagelang auch befasst, hat wirklich Angst ins Büro zu gehen und sagt dann natürlich auch „Ja, mir ist es völlig klar, ich werde jetzt gekündigt” und Herr Watson unterbricht ihn und sagt „Ich werde nichts dergleichen tun. Ich habe gerade 600.000 Dollar in ihre Ausbildung investiert.” Und genau auf diese Weise ist übrigens auch unser Schulungssystem bei Calleo entstanden, weil in diesem Schulungssystem stecken ganz viele Lerninhalte drin, die wir in den letzten Jahren einfach mitgenommen haben, bei denen ich einfach in der Kommunikation mit Lehrkräften festgestellt habe in einem Seminar, es ist total wichtig für das Klima, all dies zu tun. Es ist total wichtig, dies zu unterlassen. Und ich wollte einfach dieses Wissen weitergeben, damit meine Lehrkräfte nicht erst mal 400, 500 Fortbildung machen müssen, um sage ich mal, auf diesen Level zu kommen, wo sie wissen, wie sie damit in welcher Situation wie am besten umgehen sondern, dass sie schon auf einem unglaublich hohen Niveau beginnen. Und genau über diese Feedbackkultur habe ich auch gemerkt, wo an welcher Stelle fehlt es möglicherweise, gerade in den ersten Jahren, die wir damit gearbeitet haben, dass Dozenten gesagt haben „Mensch Stefan, ich habe eine Fortbildung gemacht und ich habe die Frage bekommen und ich hätte in der Situation umgehen können, aber die neue Dozentin oder neue Dozent noch nicht.” Also habe ich ein Video aufgenommen und wir haben das heruntergebrochen. Wir haben geschaut, mit welcher Technik geht er am besten damit um. Was sagen wir an der Stelle am besten. Und wie verhindern wir vielleicht, dass die Frage überhaupt kommt und wir unsere Teilnehmer von Anfang an noch besser schulen und so Schritt für Schritt ist dieses Schulungssystem entstanden, alleine aus Feedback heraus und deswegen finde ich es so wertvoll.

Ria: Du hast gesagt, vielleicht könnte man da Dozent werden. Wie kommt man dazu bei euch Dozent zu werden? Wird man angesprochen oder kann man sich dort anmelden bei euch? Wie geht das?

Stefan: Das ist sehr, sehr unterschiedlich. Wir suchen grundsätzlich immer fähige Dozentinnen und Dozenten (lacht). Was man mitbringen sollte ist, man sollte definitiv Lehrkraft sein. Und das bitte nicht falsch verstehen. Ich denke, es gibt fantastische Lehrkräfte da draußen, die Quereinsteiger sind beispielsweise. Es hat überhaupt nichts, genauso wie nicht jeder, der ein Staatsexamen hat, den perfektesten Unterricht macht. Das ist ganz wichtig, dass gerade diese methodischen und didaktischen Bedürfnisse von Lehrkräften von keiner Person so einfach und so gut verstanden werden kann wie von einer Lehrkraft, die jeden einzelnen Tag selbst mit ihren Klassen unterrichtet. Das wird einfach etwas anderes sein. Wenn ich ein Informatiker bin, kann ich noch so Medien affin sein, dann es ist unglaublich schwierig für mich, ein Programm so zu unterrichten und so zu vermitteln, dass die Lehrkraft nicht nur die Merkmale des Programmes, sondern den Nutzen versteht. Und das ist etwas, was mir ganz, ganz wichtig ist, dass alle Lehrkräfte möglichst authentisch weitergeben, was sie jeden Tag selbst verwenden. Auf diese Art wird es auch überzeugend sein für die Teilnehmer, die also merken „Mensch Theresa, wie verwendest du das Programm eigentlich?” Und Theresa kann in diesem Moment einfach aus dem Nähkästchen plaudern und sagen „Ich benutze es hier als Unterrichtseinstieg. Ich benutze es hier als Sicherungsphase. Schau mal hier, so habe ich das Programm in der letzten Woche mit meiner Klasse tatsächlich angewendet. Und das und das waren meine Mehrwerte für mich als Lehrkraft.” Das finde ich total wichtig, dass es einfach möglichst transparent, plausibel und überzeugend ist. Und dann am Ende die Lehrkraft entscheiden kann, ist es etwas für mich oder ist es nichts für mich. Weil es sollte den Unterricht, um auf dein Zitat zurückzukommen, es sollte den Unterricht wirklich bereichern, weil wie du schon gesagt hast, Digitalisierung ist ja nicht einfach digitaler Wandel, sondern Digitalisierung an sich besteht leider in Schulen unserer Erfahrung nach oft darin, dass man Dinge ersetzt, die man sonst analog gemacht hätte. Ich denke, da entgeht einem ganz, ganz viel.

Ria: Calleo unterstützt Schulen dabei, die Unterrichtsqualität mit praxisnahen und innovativen Fortbildungskonzepten sowie dem Einsatz digitaler Medien nachhaltig zu verbessern. Das ist das, was bei euch so als große Überschrift steht. Deshalb habe ich das jetzt auch ein bisschen abgelesen und dabei muss ich immer davon ausgehen, dass so viele sagen „Ja, wir können ja nicht digital arbeiten, wir haben ja noch nicht die Materialien dazu, wir bräuchten ja alle ein iPad und alle einen Computer und alles dies und jenes.”
Es ist aber aus meiner Perspektive ein falsches Herangehen, denn wir haben alle irgendwelche digitalen Medien, mit denen wir arbeiten. Durch die digitalen Medien gibt es die Möglichkeit, dass bestimmte Räume sich schließen, dass bestimmte Räume sich erweitern und dass andere Räume aufgemacht werden. Das bedeutet also nicht austauschen, sondern in die Zukunft denken. Den Unterricht organisieren. Wie siehst du das? Und welche Möglichkeiten habt ihr da schon den Schulen eröffnet? Das würde mich jetzt ganz dolle interessieren.

Stefan: Also ich denke es stimmt, wenn man sagt, Digitalisierung darf nicht einfach das Ersetzen sein. Du kennst ja vielleicht das mittlerweile sehr berühmte SAMR-Modell von [Ruben] Puentedura, der tatsächlich gesagt hat, es gäbe vier Stufen ,wie Medien zu implementieren seien im Unterrichtsalltag. Die erste Stufe ist die, die meiner Meinung nach eigentlich vernachlässigt werden darf. Das ist nämlich das reine Ersetzen. Mal ein typisches Beispiel was mir dabei immer einfällt ist eine Lehrkraft, die zum Beispiel eine interaktive Tafel zwar hat, aber sie benutzt sie wie eine, ich sage mal wie eine ganz normale Tafel. Sie schreibt da drauf und wenn sie in der nächsten Woche das Unterrichtsbild wieder haben möchte, dann wischt sie das in der Stunde weg und in der nächsten Stunde schreibt sie das wieder auf. Du magst jetzt schmunzeln, weil du sagst „Hey Mensch, Moment das interaktive Tafelbild kann ich mir noch abspeichern.” Das stimmt. Aber ganz, ganz viele Lehrkräfte an Schulen wissen nicht genau, wie diese Tafeln eigentlich funktionieren. Und das ist auch nicht verwunderlich. Sie sind manchmal überhaupt nicht intuitiv aufgebaut. Aber es ist jetzt ein ganz banales Beispiel dafür, wo werden Medien einfach nur ersetzt, weil eben nicht jede Lehrkraft, sage ich mal die ganzen Funktionen einer interaktiven Tafel unbedingt benutzt, wenn wir jetzt mal ganz ehrlich sind. Der Unterricht wird dadurch ja nicht einfach besser. Der Unterricht wird ja nicht besser, wenn wir einfach etwas digitalisieren, sondern wenn wir einen Mehrwert haben. Und dieser Mehrwert kann auf Stufe zwei zum Beispiel schon so aussehen, dass ich eine deutliche Arbeitserleichterung habe oder eine Zeitersparnis. Wenn ich also Dinge zum Beispiel nicht nochmal aufschreiben muss, wenn ich zum Beispiel im fremdsprachlichen Unterricht direkt ein Beispiel von einer muttersprachlichen Betonung dieses Wortes im britischen und amerikanischen Englisch zeigen kann, ohne selbst möglicherweise in beiden Sprachen adäquat mich ausdrücken zu können. Ist aber ganz wichtig, weil ich möglicherweise beides in einer Gymnasialstufe einfach an einer gewissen Stelle vermitteln möchte. Also bieten mir hier digitale Medien einfach einen Mehrwert. Dieser Mehrwert ändert den Unterricht noch nicht komplett. Wir sind immer noch relativ nah dran an dem Kassettenrecorder aus den 90er Jahren (beide lachen). Den ich in meiner Schulzeit beispielsweise auch noch hatte. Aber es ist tatsächlich praktischer, weil ich kann mir das Wort direkt im richtigen Kontext vielleicht vorlesen lassen, zusammen mit Referenzbeispielen. Also ich habe eine deutliche Arbeitserleichterung und das sieht jeder auf den ersten Blick eigentlich sehr schnell. Ich finde es spannend auf diesen Stufen, wo man sagt, ich ersetze nicht nur etwas, sondern ich verändere den Unterricht. Und das beginnt in diesem Modell übrigens ab Stufe drei und vier wo man sagt, Mensch wir sind jetzt hier im 21. Jahrhundert. Es wäre doch total schade, wenn wir jetzt einfach die Medien, die Dinge, die wir schon seit hundert Jahren tun, jetzt einfach nur digitalisieren, sondern lass uns doch mal andersherum denken. Lass uns doch mal denken, wir haben jetzt hier digitale Medien. Was ermöglichen die uns, was beispielsweise ohne digitale Medien so nie möglich gewesen wäre? Und wo habe ich wirklich einen Mehrgewinn, der den Unterricht auch ändert? Das kann in einem einfachen Beispiel zum Beispiel sein, dass ich eben nicht mehr das konventionelle Plakat habe, mit dem Schülerinnen und Schüler heutzutage ganz oft auf Wikipedia gehen und Texte abschreiben. Heutzutage wird ein Lehrer sagen, warum nehme ich da nicht ein bestimmtes Programm, das beispielsweise den Schülern ermöglicht, in eigenen Worten etwas zu erklären, über eine Sprachaufnahmen oder ein kleines Erklärvideo aufzuzeichnen oder beispielsweise das Ganze nebenbei noch zu skizzieren? Und plötzlich merke ich als Englischlehrer übrigens ist die Aussprache und die Grammatik richtig. Aber jeder andere Lehrer versteht auch wenn er die Sprachaufnahmen des Schülers hört, hat er das in eigenen Worten erklärt? Hat er das eigentlich verstanden? Wir wissen lernpsychologisch, dass wenn Schüler selbst aus ihrer Perspektive versuchen, etwas selbst zu erklären, fällt ihnen oft erst auf, habe ich das verstanden? Und sie verstehen es dadurch viel besser. Durchschnittlich übrigens sieben Mal so gut, als wenn sie den Text einfach nur auf unserer Tafel lesen würden. Deswegen sind ja diese Erarbeitungsphasen auch so extrem wichtig neben Unterricht, weil Schüler etwas dadurch viel, viel besser verstehen. Und vor diesem Hintergrund ist das zum Beispiel etwas, wo man leicht sagen könnte okay, das ist schon auf Stufe drei. Ich habe bei zum Beispiel digitalen Plakaten, bei denen ich viel mehr Möglichkeiten habe, lernpsychologische Kanäle, die ich viel besser bedienen kann, bei denen einfach Lernwissen besser erhalten bleibt. Also auch nach der ebbinghaussche Kurve, der Vergessenskurve einfach deutlich besser und auch wunderbar wissenschaftlich belegt, deutlich besser erhalten bleibt und Schüler besser lernen, wenn ich das Medium richtig nutze. Das betone ich jetzt kurz über, wundere dich nicht, weil dieses, dass sich das Medium in einem richtigen Kontext richtig benutze, das ist der Schlüssel. Unterricht kann sogar schlechter werden, wenn ich digitale Medien undifferenziert einfach verwende. Stufe vier wäre dann etwas wo man sagt, der komplette Schulbetrieb wird auf den Kopf gestellt durch digitalen Unterricht. Das ist dann so etwas wie umgedrehter Unterricht, so heißt es dann wirklich, im Englischen manchmal in der Universitätslehre, in Virtual Classroom, im englischsprachigen Raum, in der Schullehre Flipped Classroom und im Deutschen umgedrehter Unterricht, wo man dann wirklich sagt Mensch, warum sollte die Lehrkraft eigentlich in einem Deutschunterricht in der neunten Klasse jedes Mal das Dramen Dreieck erklären? Das Dramen Dreieck an sich ist nicht besonders komplex und die Lehrkräfte werden aber immer wieder diese bestimmte Zeit oder im Englischunterricht oder Lateinunterricht wieder aktiv. Funktioniert ja bestimmte Grammatiken oder bei dir Matheunterricht beispielsweise der Satz des Pythagoras (beide lachen)  . Weil die Stellen an denen im Unterricht die Fragen entstehen sind ja oftmals nicht die Wissensvermittlungsphasen, sondern die Erarbeitungsphasen. Also wo die Schüler selbst versuchen die Übungsphasen, wo die es versuchen auszuprobieren. Dadurch, dass ich mir aber so viel Zeit für die Vermittlungsphase schon genommen habe, habe ich oftmals weniger Zeit für die Übungsphasen und oftmals gebe ich deswegen mehr Hausaufgaben auf. Das Problem an Hausaufgaben nach dieser Theorie zumindest ist, Schüler sitzen zu Hause, der Lehrer ist nicht mehr da und sie bekommen keine Hilfe mehr an der Stelle, wo es nur notwendig gewesen wäre, weil da die meisten Fragen auftauchen. Deswegen sagt zum Beispiel umgedrehter Unterricht warum tausche ich das nicht? Warum kann ich nicht bestimmte Inhalte, die ich immer und immer wieder vermittle, warum kann ich die nicht in fertigen Lernhäppchen aufnehmen beispielsweise, kann die den Schülern als Hausaufgabe geben und während des Unterrichts kann ich mir viel mehr Zeit für die Erarbeitung und Übung nehmen. Ich kann viel tiefer einsteigen. Das macht den Lehrern mehr Spaß, das ergibt für die Schüler auch mehr Sinn, weil sie an dem Teil üben können, wo sie die meisten Probleme haben. Und das würde Unterricht langfristig denke ich, sehr ändern. Nicht in allen Ebenen. Ich betone bei so etwas wie entdeckenden Lernen beispielsweise. Es ist ein komplettes Gegenmodell und man sagt nein Moment, hier nicht. Deswegen auch hier wieder mit Augenmaß, Digitalisierung da wo es Sinn ergibt, kann einen wahnsinnigen Mehrwert zu unserer deutschen Schullandschaft bringen.

Ria: Übrigens im Zusammenhang mit dem Satz des Pythagoras. Die Schüler verdrehen immer die Augen, wenn ich sage heute kommt jetzt der Satz des Pythagoras und die Schüler lachen dann immer. Ich sage es gibt ein Wort in diesem Bereich, der ist genauso wie Supercalifragilisticexpialigetisch. Und dann wissen sie sofort „Ah, okay“, das ist Mary Poppins und das heißt Pythagoreisches Tripel und dann gucken die mich immer an, was ist das? Und dann schreibe ich an drei, vier, fünf. Und jetzt habt ihr die Chance mal zu gucken, worum es da eigentlich geht und wie man das praktisch anwenden kann. Ich sage damit Tapezierer ich und damit habe ich schon gefliest, diese Praxis Situation. Und dann habe ich sie, dann sind sie da und dann haben sie große Augen. Und das kann man natürlich genauso gut machen. Ich könnte mir dann vorstellen, wenn die Kinder einen Computer haben oder so, dass sie dann einfach die Zahlen eingeben und überlegen, was man damit anstellen könnte oder wie man die verändern kann. Wenn man die alle mit 2 multipliziert oder mit 10 multipliziert, hat man immer noch Pythagoreische Tripel und dann passt das immer noch in den Satz des Pythagoras. Ich habe ja auch schon eine Folge mit Lehrer Schmidt gemacht, der diese tollen Mathematik Videos macht. Und wenn dann wirklich mal was ist, wo der Schüler sagt ich habe es irgendwie noch nicht so richtig verstanden, hast du es im Lehrbuch durchgelesen? Ja, ich sage dann hol dir die zweite Meinung ein und dann wissen sie schon. Sie dürfen ihr Handy nehmen, obwohl in der Schule das Handy normalerweise verboten ist. Sie dürfen ihr Handy nehmen und dürfen dann noch mal beim Lehrer Schmidt nachhorchen. Die Kopfhörer haben sie meistens dabei und dann gucken sie sich das in Ruhe oder auch zu zweit an und dann ist da jemand, der hat es erklärt in einer anderen Art und Weise und dann passt es auch wieder. Aber das ist natürlich ich denke, dass es so erste oder zweite Stufe und nicht die dritte und vierte Stufe. Aber es ist für mich schon faszinierend zu hören, in manchen Situationen, bin ich schon auf diesem Wege, aber in manchen Situationen benutze ich auch das Whiteboard noch mit Stiften.

Stefan: Das ist ja auch völlig in Ordnung. Also ich habe ja immer meine Grundschullehrer vor Augen (beide lachen). Die letzte Fortbildung die ich gemacht habe war auch wieder an einer netten kleinen Grundschule, weil ich auch versuche selbst Fortbildung zu machen, obwohl ich 50 Dozenten habe. Aber ich möchte einfach drin bleiben. Ich möchte einfach selbst lernen und ich möchte es einfach anwenden können. Und vor diesem Hintergrund habe ich mit einer Grundschule gearbeitet. Und das häufigste Argument an Grundschulen ist also von den Bedenkenträgern auch, was auch völlig in Ordnung ist, von den Skeptikern, die sagen ach Mensch Digitalisierung, möchte ich alles digitalisieren? Und die haben ganz oft wahnsinnig Angst, dass man eine Fortbildung macht und denen im Endeffekt ja vorschreibt bitte digitalisiert jetzt alles. Deswegen ist mir ganz wichtig, am Anfang zu kommunizieren. Es geht nicht darum, dass wir jetzt alles digitalisieren. Ich sage dann immer diese Metapher bzw. dieses Bild, was ich wirklich noch von der Teilnehmerin gehört habe. Die hat in der fünften Klasse Gymnasiallehrerin gesagt, „Du Stefan, ich habe hier Schüler bekommen aus einer total digitalisierten Grundschule. Die können mit den Tablets super arbeiten. Sie können Fotos damit machen, sie können Farbfilter einstellen und alles, was sie damit machen können. Aber wenn du denen eine Schere in die Hand gibst, dann sieht es düster aus.” Das ist ganz, ganz wichtig, dass wir andere Kulturkompetenzen nicht vernachlässigen. Dass sie nach wie vor ihre motorischen Fähigkeiten trainieren, dass sie nach wie vor frei sprechen üben. Aber es gibt halt viele Bereiche, wo digitale Medien einfach einen Mehrwert mit sich bringen, der diese Fähigkeiten auch noch besser unterstützt. Als Beispiel, in Skandinavien wäre es völlig normal, dass Schüler auch das Schreiben mit einem Tablet besser lernen. An einer deutschen Schule trifft das erst mal auf völliges Unverständnis, weil man sagt Moment, die müssen doch mit dem Stift das lernen und das ist doch genau das Gegenteil, die soll noch nicht tippen. Aber es gibt halt auch Programme. Beispielsweise habe ich erst neulich von einem Lehrer gehört, der hat längere Zeit dort gearbeitet und er hat gesagt pass auf, das Schwierigere bei den Buchstaben ist ja erst mal, dass die Schüler eigentlich lernen, mit dem Finger den Buchstaben nachzuzeichnen. Es gibt Programme, die können die Schüler einfach wunderbar damit anleiten, dass sie diese Buchstaben auf dem Tablet erst mal richtig zeichnen und das Programm ihnen sagt, guck mal hier musst du noch ein bisschen akkurater sein, das sieht eher wie eine Acht als ein B aus. Digitale Medien haben da einen Mehrwert, wo die Lehrkraft als Experte für ihren Unterricht diesen Mehrwert auch erkennt. Deutschland ist, was die Digitalisierung angeht, leider auch in der Universitätslehre und in den Referendariatsausbildungen nicht so gut aufgestellt. Du kennst vielleicht diese Sonderauswertung von der Pisa-Studie da wurden 78 Länder verglichen. Da landet Deutschland bei bestimmten Bereichen wie digitaler Kompetenz der Lehrkräfte Selbsteinschätzung auf Platz 76 von 78, also wir sind da leider absolute Schlusslicht, was so schade ist. Es glaubt übrigens keiner, aber es ist wirklich so kann man wunderbar nachlesen. Und deswegen wird Digitalisierung auch manchmal so falsch verstanden, dass man diese Angst hat ich muss jetzt alles digitalisieren, das macht doch Unterricht nicht besser, das ist doch eine Spielerei. Und das ist glaube ich, dieses große Missverständnis. Wenn das Medium eine Spielerei darstellt, dann sollte ich es nicht verwenden. Was wir in einem Workshop machen bevor wir inhaltlich mit dem Programm anfangen, da frage ich ganz oft Mensch,  wer hat das schon mal gehört, diesen Satz? Und dann kommt das bei mir auf einer Folie. Medien sind ja eine Spielerei oder sind ja oberflächlich. Und dann sagen 80 Prozent ganz oft in einem Workshop ja Stefan, das habe ich auch gehört. Und dann sage ich Mensch, wer von euch Handwerkt denn gerne? Und dann melden sich meistens so 25 oder so und dann frage ich Mensch, würde ich jetzt dich fragen hey Ria, sag mal als was arbeitest du denn? Du würdest sagen ja Mensch, ich fliese und ich mach das. Außerdem sind die Handwerker teuer und wir würden vom Thema abgekommen. Dann würde ich aber zum Thema zurückkommen und würde sagen pass auf Ria, du bist jetzt mal exemplarisch unsere Handwerksmeisterin, ja? Und wenn ich jetzt im folgenden Quatsch erzähle, dann sagst du mir das bitte okay? Ja, du würdest natürlich Nicken.

Ria Nolte: Natürlich, ich nicke. Ich habe genickt. (beide lachen)

Stefan: Dann würde ich sagen pass auf, stellt euch mal vor, ich gebe der Ria einen Hammer in die Hand. Ich zeige dann so auf einen Kugelschreiber und sage stellt euch mal vor das wäre ein Hammer, ich gebe dir einen Hammer in die Hand. Ich glaube, wenn ich den Hammer Ria in die Hand geben würde, dann würde Ria mir als Handwerksmeisterin nicht sagen, der Hammer ist eine Spielerei oder der Hammer ist in dem Sinne oberflächlich oder eine Spielerei irgendwie. Ich glaube, wenn Ria sagt Mensch, ich möchte einen Nagel in die Wand bringen, dann ist der Hammer total praktisch. Und ich glaube, wenn sie ein Tesafilm brauch oder sie möchte etwas schleifen oder sie möchte etwas kleben, dann würde sie den Hammer als Spielerei oder im besten Fall als nutzlos begreifen. Und genau so funktioniert für uns digitaler Medieneinsatz. Das bedeutet, das ist genau das gleiche. Weil im Analogen machst du das ja auch nicht. Du sagst ja nicht ich kenne diese Methode Brainstorming, also mache ich die ganze Stunde Brainstorming. Das würde ja auch keiner sagen, weil jeder sagen würde, dann ist das Brainstorming aber nicht so zielführend. Das ist ja eine Spielerei. Das ist bei Medien ganz genauso. Das bedeutet, wenn du ein konkretes Ziel hast als Lernziel und du sagst, ich möchte etwas einfach erreichen in meinem Ziel als Lernziel bei den Schülern und ein digitales Medium bietet sich besser an als ein analoges, dann ist es gerechtfertigt, das einzusetzen und das Ziel muss sein, Arbeitserleichterung oder Lernwirksamkeit. Und das versuchen wir in den Workshops deutlich zu machen, indem wir sehr praxisnah an den Medien arbeiten.

Ria: Im Übrigen gibt es bei uns immer noch Polyluxe (beide lachen). Aber ich benutze den meistens dafür, um den Schülern zu erklären, was Ähnlichkeit ist. Ich liege auf dem Polylux, also auf den Overheadprojektor, ein Geodreieck und das ist natürlich sehr klein. Es ist ein normales Geodreieck und an die Tafel mache ich mit Magneten ein Geodreieck, was ich selbst benutze, das ist ja 1:10. Und dann ziehe ich das so groß, dass man plötzlich sieht, dass die gleich groß sind. Winkel sind gleich, die Seiten sind gleich, aber im Original, ist es ja wesentlich kleiner. Und da kann man dann sehr schön die Ähnlichkeit erklären, dass also die Verhältnisse der Seiten stimmen, die Winkel stimmen und es gibt die Möglichkeit, das in irgendeiner Form durch Verkleinern oder Vergrößern aufeinander abzubilden, was man ja bei Drehung, Verschiebung und Spiegelung als Bewegung natürlich nur mit der Kongruenz organisieren kann. Und das sind aber auch so Sachen. Ich benutze diese Dinge dann sehr häufig als Veranschaulichung und um die Schüler mit einem anderen Medium zu kontaktieren und auch zu reizen, darüber nachzudenken. Und wenn die das sehen, dass ich mit diesem Wagen da durch die Gegend zurre und die sagen „was macht die denn, was macht die denn?” Und dann höre ich dann die ersten schon „Ah ja, ok ok, ja so” und das bleibt hängen. Genau so habe ich dich jetzt verstanden. Benutzen wir die neuen Medien, um den Erkennungseffekt zu schulen, um Systematisierung und Analysemöglichkeiten zu schulen und dann vielleicht sogar neue Möglichkeiten zu finden. Ich habe also heute auch gerade aber nur durch Zufall, weil es eben diese politische Situation gerade gibt und die Schüler der Meinung waren, sie müssten irgendetwas tun, den Schülern gesagt, machen wir ein Plakat und stellen es ins Internet. Und dann habe ich Canva angeboten und dieses Programm kannten die Schüler nicht. Aber das Faszinierende daran war, dass einige Schüler dann sehr, sehr schnell sogar mit dem Handybildschirm Canva bedienen konnten. Ich musste ihnen nichts erklären, ich habe ihnen nur dieses Programm vorgegeben und die haben ein ganz, ganz tolles Plakat entwickelt, was jetzt schon online ist, was also viral geht, wo es darum geht, dass wir ausdrücken wollen, dass wir in Frieden leben wollen. Das ist so Mittel zum Zweck, für etwas ganz Neues, ganz Tolles, wo man sagt das kann Zukunft sein oder das kann die Zukunft machen. Wäre das jetzt die drei oder die vier? (beide lachen)

Stefan: Nein, tolles Beispiel. Das ist ein sehr tolles Beispiel und Canva, ich stimme dir auch zu, ist ein großartiges Programm. Das ist zum Beispiel in unseren Kunst Fortbildungen manchmal der Fall, dass wir das zum Beispiel zeigen, weil es ein großartiges Grafikprogramm ist. Ich kann als Lehrkraft wunderbar sehen, was bei den Schülern passiert, kann ihnen Feedback geben, kann es viel besser machen. Auch um Distanzunterricht übrigens, aber auch im Präsenzunterricht, als ich das analog könnte und es ermöglicht mir halt die modernen Möglichkeiten auch zu sehen wie funktioniert heutzutage eigentlich Kunst auf einer digitalen Ebene? Viel besser als nur mit einem Kartoffeldruck oder einer Öl Leinwand vor mir. Nicht das, dass andere unwichtig ist, nur im Sinne von man kann ja beides nutzen und von beidem sage ich mal das Beste aus beiden Welten herausziehen. Und das finde ich ist eigentlich das, was ich weitergeben möchte oder was wir bei Calleo auch weitergeben möchten. Das ist übrigens etwas, was ich auch ganz wichtig finde, beim Thema Digitalisierung. Wir müssen denke ich über ein völlig neues Lehrerbild oder ein Lehrerinnenbild nachdenken. Das ist auch erlaubt, Stichwort Fehlerkultur. Selbst auch von der jüngeren Generation einfach lernen zu können, weil ich habe festgestellt, das ist so eine der Erkenntnisse, die auch so in mir gereift ist. Das hat eine ganze Weile gedauert, bis ich das so für mich verstanden habe. Aber ganz oft ist es gar nicht nur diese Besorgnis oh Gott, mein Unterricht wird ja oberflächlich oder das wird eine Spielerei, wenn ich Medien verwende. Das ist ganz oft gar nicht der Grund, warum ich Medien nicht verwende, sondern wir haben auch manchmal Lehrkräfte, die sagen einfach von sich intuitiv „Mensch, ich muss ja eine gewisse Sicherheit ausstrahlen, wenn ich vor der Klasse stehe und wenn ich mit einem ganz neuen Medium arbeite, was ich gar nicht gewohnt bin, dann wirke ich möglicherweise unsicher und dann bin ich angreifbar.” Das setzt aber auch ein Lehrerbild voraus oder Lehrerinnenbild, was denke ich heutzutage, aus meiner subjektiven Einschätzung heraus nicht mehr zeitgemäß ist. Ich gebe mal ein kleines Beispiel. Ich habe einen der Lehraufträge, die ich wahrgenommen habe in den letzten Jahren, ist eine ganz tolle Hochschule, die Hochschule Hannover und an der Hochschule Hannover habe ich einen Lehrauftrag wahrgenommen zum Thema Lernpsychologie. Und da habe ich halt auch manchmal ein paar Informatiker dabei, die ganz technische Berufe machen. Und dann gab es diese einen Stelle, wo bei mir aus irgendwelchen Gründen etwas beim Laptop nicht funktioniert hat, passiert mir selten, weil ich ja nun auch einigermaßen Medienaffin bin, aber es funktionierte irgendetwas nicht. Du weißt, wie das dann ist. Der Unterricht fängt fast an, plötzlich funktioniert etwas nicht.

Ria: Fängst an zu schwitzen. (lacht)

Stefan: Ja, aber dadurch, ich versuche mich in solchen Situationen dann auch oder auch bei dem Thema. Ich begreife mich selbst als Lehrperson, als Experte hoffentlich für das, was ich vermitteln möchte, aber doch nicht für alles. Oder doch nicht für alles in meinem Klassenraum Experte und deswegen war das für mich das Normalste der Welt, dass ich gesagt habe „Mensch, wer von euch studiert Informatik?” Fünf haben sich gemeldet von 20 „super, kann mir mal einer kurz helfen?” Und dann kommen die einfach vor, freuen sich und ich merke einfach bei meinen Studierenden, übrigens habe ich bei Schülern genau die gleiche Erfahrung gemacht. Die sind stolz wie Bolle, die freuen sich mir helfen zu können. Und wenn ich dann sage „Mensch, danke Torben, dass du mir geholfen hast” und der sagt „Ja, ja, wenn sie Probleme haben, sagen sie einfach Bescheid”, dann lachen wir beide. Hey, und das ist völlig in Ordnung, weil ich bin auch nur ein Mensch. Genauso wie ich in einem Unterricht möglicherweise nicht immer 100 Prozent aller Fragen beantworten kann, weil ich ein Mensch bin. Vor diesem Hintergrund sage ich dann auch ganz ehrlich, es ist eine super spannende Frage, lass die uns in der nächsten Stunde noch mal gemeinsam anschauen. Ich möchte da die richtige Antwort geben, deswegen schaue ich das nach. Und das ist für mich ein Bild auch das authentisch ist, weil ich als Lehrkraft bin nicht perfekt. Ich möchte auch gar nicht perfekt sein, aber ich strebe nach Weiterentwicklung und deswegen muss es auch normal sein für Schüler zu sehen, die Lehrkraft weiß ja gar nicht alles oder sie hat Bereiche, wo sie stärker ist als in anderen. Aber sie versucht sich zu verbessern und es ist ein ganz normaler Weg, weil wenn wir ehrlich sind, das ist ja auch das, wie das Leben funktioniert. Du wirst ja im Leben dafür belohnt, dass du aus Fehlern lernst, dich neuen Herausforderungen widmest und wenn du die dann gut löst, dass du immer höher irgendwo steigst, ob das jetzt auf der Karriereleiter ist oder im Privatleben. Und ich denke das ist bei Lehrkräften manchmal genau so der Fall. Sie sitzen vor einem Medium und sagen „Oh Gott, jetzt bin ich ja wieder ganz am Anfang. Diese Unsicherheit möchte ich mir nicht geben”. „Und was ist denn, wenn die Schüler mehr wissen als ich?” Und meine normale Antwort wäre ja natürlich werden die Schüler mehr wissen als du, weil die mit diesen Medien möglicherweise viel mehr arbeiten. Deswegen ändert es doch aber nichts daran, dass du Experte für deinen Unterricht bist. Du verwendest das Medium ja auch nicht, weil du den zeigen möchtest, wie toll du technisch kompetent arbeiten möchtest, sondern es hat einen Mehrwert für alle. Es macht deinen Unterricht besser, das sollte der Anspruch sein. Und jetzt mal unter uns. Ich vermittle Schülern jeden einzelnen Tag, dass es wichtig ist, neue Inhalte zu lernen, dass sie fürs Leben lernen und dann selbst nicht bereit bin, mich in ein neues Medium einzuarbeiten? Dann ist was falsch mit dem deutschen Schulsystem und das möchte ich sehr deutlich kommunizieren. (lacht)
Soll nicht provokativ klingen. Aber es ist einfach meine tiefe Auffassung, dass wir hier einfach ganz natürlich auf eine natürliche Art und Weise uns weiterentwickeln, lernen müssen und dass das auch eine Vorbildfunktion für Schüler sein kann.

Ria: Du sprichst mir da total aus dem Herzen Stefan. Ich habe nämlich mal auch aus der Situation heraus, wie ich Schule begreife und wie mir die Schüler entgegenkommen. Vor einigen Monaten einen total faszinierenden Begriff in dem Zusammenhang für mich entdeckt. Und den möchte ich gerne in die Schulen tragen, nämlich der heißt „Reverse Mentoring”. Das heißt, ich bin sowohl Mentor als auch Menti und mein Menti ist auch mein Mentor. Das hat etwas mit einer ungeheuren Wertschätzung der Person mir gegenüber zu tun und es hebelt dieses Hierarchiedenken in der Schule aus und ich merke das jeden Tag aufs Neue, dass genau das mein Geheimnis ist, warum ich so gut oder in einer besonderen Art und Weise mit den Schülern kommunizieren kann. Da sehen sie, dass ich kritikfähig bin, dass ich Kritik annehmen kann. Ich mache natürlich auch Fehler in einer Situation, wo ich dann emotional reagiere, weil ich den Schülern mitteilen will, dass mir bestimmte Dinge nicht gefallen oder das ich mit bestimmten Dingen auch nicht einverstanden bin. Und ich sage dann im Nachhinein „Stimmt Leute, das war ein falscher Zungenschlag“ oder „ich habe das nicht ganz richtig verstanden, das tut mir leid”. „Das nächste Mal machen wir es gemeinsam anders” und dann sitzen die da und dann sind die glücklich darüber, weil sie eigentlich nicht mit den Lehrern irgendwie in Auseinandersetzungen geraten wollen, aber sie wollen gerne ihre Meinung sagen. Und damit fängt es an. Es geht weiter, dass wirklich Schüler Dinge besser können als ich. Und warum soll ich Ihnen dann nicht sagen „Mensch, komm, hilf mir mal” oder „zeig mir mal bitte”. Wir haben unsere Erfahrungen und die Erfahrung auf die neuen Medien oder auf das Neue projiziert, schafft uns immer noch die Möglichkeit, dieses neue Medium in das Leben zu integrieren. Die Kinder kennen nur das neue Medium. Aber die Kinder können das noch nicht ins Leben integrieren. Das ist ja, es hat jeder seine besonderen Fähigkeiten und Kompetenzen und wir lernen voneinander. Und ich sage auch immer, ich komme mit bestimmten Zielen, ihr kommt mit bestimmten Zielen. Mein Ziel ist der Satz Pythagoras, euer Ziel ist bei mir im Matheunterricht vielleicht die Physik Aufgaben zu machen, weil ihr das vergessen habt. Und dann treffen wir uns in der Mitte. Wenn ich es schaffe, euch nach dem Ziel zu orientieren, meinem Unterricht zu folgen und das schnell zu machen, dann habt ihr vielleicht doch noch fünf Minuten Zeit, am Ende die Physik Hausaufgabe noch zu machen, weil wir schneller am Ziel sind. Aber ich muss auch erkennen können, dass wir gemeinsame Ziele haben. Und ich verändere mich am Ende der Stunde genauso wie die Schüler. Ich habe von den Schülern gelernt und die Schüler haben von mir gelernt. Aber das sage ich schon sehr lange. Aber dieses Reverse Mentoring ist eine ganz tolle Formulierung, die aus meiner Perspektive, die neue Art und Weise des Arbeitens miteinander in der Schule charakterisiert. Der Begriff ist übrigens nicht von mir. Der ist von Anastasia Barner, die ist acht Jahre lang gemobbt worden und hat aus dieser Mobbing Erfahrung heraus eine Firma gegründet. Die ist 23, hat die Firma FeMentor und ist eine total tolle junge Frau. Die Firma ist hoch dotiert, also eine genauso faszinierende Persönlichkeit wie du von ihrer Jugend her auch. Wo ich dann sage „Jawohl, das ist das. Das sind die jungen Leute, die die Welt voranbringen.”

Stefan: Das ist eine total schöne Metapher, auch dieses auf Augenhöhe. Genau das gehört ja auch dazu. Wenn ich selbst als Lehrkraft mir auch ein Feedback einhole, dann bedeutet das ja schon, dass ich auf einer Augenhöhe bin. Das ich mich also nicht als dieses perfekte Konstrukt begreife, dass jede einzelne Stunde perfekt ist, was natürlich völlig unrealistisch ist. Ja, das finde ich total schön, die Metapher.

Ria: Ja, wir sind fast am Ende unseres Interviews angelangt. Wir reden schon viel zu lange. Es wird eine lange Episode, glaube ich. (beide lachen) Ich gebe am Ende meinen Zuhörern immer die Möglichkeit, von meinem Interviewpartner drei wichtige Tipps zu kriegen oder drei Ideen oder drei Vorschläge, was man machen könnte, was man ganz schnell umsetzen könnte. Hast du da irgendetwas, was du Eltern, Kindern und auch Lehrern eventuell mitgeben kannst? Wie man Digitalisierung im eigenen Leben oder den digitalen Wandel besser formuliert, im eigenen Leben gut integrieren kann?

Stefan: Eine Sache, die ich gerne Schulleitungen mitgeben würde, ist einfach offen zu sein im Sinne von „Wie kann ich die Schulqualität bei mir an der Schule, einfach die Unterrichtsqualität deutlich verbessern?” Ganz vielen Schulleitungen ist es gar nicht bewusst, weil sie gar nicht wissen, was der Bedarf ihres Kollegiums ist. Dafür können die Schulleitung nichts. Die fragen jahrelang ihre Kollegen „was ist euer Bedarf?” Und erhalten immer die Antwort „wir haben keinen Bedarf.” Selbst von den Kollegen, die seit Jahren nur Word und Powerpoint benutzen, weil die sind ja so weit am Anfang, dass sie ihren Bedarf gar nicht kennen. Wenn du jemanden fragst, der gar nicht so viel weiß, dann weiß er natürlich nicht, was er nicht weiß. Und vor diesem Hintergrund würde ich ihnen raten nutze es doch bitte mit der Feedback Kultur. Macht eine komplett anonymisierte Schulumfrage. Wir machen das zum Beispiel, wenn wir in die Schulen gehen. Bevor wir ein Fortbildungskonzept machen, das soll ja maßgeschneidert sein, machen wir eine komplett anonymisierte Schulumfrage und jeder Lehrer kann selbst angeben ohne Wertung, das ist ganz wichtig, deswegen anonymisiert, welche Programme verwende ich eigentlich im Unterricht. Und sehr viele Schulleiter bei uns, ich würde sagen die absolute Mehrheit, sind deutlich überrascht, wie wenig Medien eigentlich bestehen, eingesendet werden an ihrer Schule. Und ich würde das jetzt aber reframen und sagen „Hey, das ist doch toll. Du hast ein großartiges Potenzial um zu wachsen. Du kannst deine Schule zu einer Schule ausbauen, die digital wirklich führt.” Wir wissen ja von allen Studien. Eltern wünschen sich das, Lehrer wünschen sich das, Schüler wünschen sich das, wir können alle davon profitieren und es gibt so ein unglaublich großes ungenutztes Potenzial. Deswegen würde ich wirklich dazu Mut machen, dieses Feedback einzuholen und auch nicht mit dieser Perfektion heranzugehen, wir kennen schon alles. Weil ganz oft sind die Schulen, die sagen wir haben da keinen Bedarf, die größten die am meisten Bedarf haben, weil die halt gar nicht wissen, dass sie Bedarf haben. Und vor dem Hintergrund würde ich sagen, seid mutig zum Motto deines Podcast passend. (lacht) Seid mutig, holt euch Feedback ein, um euch zu verbessern, um weiter zu wachsen. Das war jetzt wahrscheinlich ein Tipp, der war so lang, wir können die anderen streichen. Tut mir leid, ich bin ausgeschweift. (lacht)

Ria: Nein, ich finde das total gut. Tipps für Schulleiter habe ich jetzt hier bei mir und meinem Podcast noch nicht. Aber ich glaube, das geht an die richtige Adresse.

Stefan: Ja, für die Lehrkräfte würde ich sagen, habt Mut euch auszuprobieren. Als Beispiel man lebt jahrelang mit seinen Methoden, nach dem Referendariat hat man niemanden mehr, der bei einem drin ist. Das heißt, man bekommt in der Regel nie Feedback, nie. Wir haben Lehrkräfte, die sagen mir nach 30 Jahren Unterrichtserfahrung „Mensch, ich brauche gar kein Feedback mehr erheben, ich meine ich weiß doch was ich verbessern soll.” Aber die haben auch nie anonymisierte Feedback erhoben. Das heißt, sie hatten eigentlich nie die Möglichkeit zu wachsen, weil sie haben ja nie die Sachen gehört, von denen sie nicht damit gerechnet haben, dass sie die verbessern können. Ich weiß nicht, was ich nicht weiß und vor dem Hintergrund würde ich sagen, traut euch an das neue Medium und geht da Schritt für Schritt ran. Ich habe manchmal Lehrkräfte, die sagen nach der Fortbildung auch „Stefan, das war so viel, ob ich mir das alles merken kann, ob ich das alles umsetzen kann”, musst du gar nicht. Schnapp dir ein einziges Medium, wo du sagst „Hey, das war einfach, das hat einen Mehrwert, das mag ich”. Und damit startest du einfach. Und wenn du dann noch eine Frage hast, dann fragst du mich einfach. Wenn du das nochmal fragen musst, dann fragst du es halt nochmal, ist mir doch egal. Ich erzähl dir das auch fünf Mal, ich möchte einfach, dass du da besser wirst. Deswegen geh da Schritt für Schritt ran. Ich habe manchmal Lehrkräfte, die sagen „Ach Stefan, ich bin schon ein bisschen älter und das ist ja auch eine Altersfrage”. Quatsch, das hat überhaupt nichts mit dem Alter zu tun. Das hat überhaupt nichts mit dem Geschlecht zu tun, das hat mit nichts zu tun. Ich kenne Kollegen und Kolleginnen, die sind 64, kurz vor der Rente und die stecken die Referendare in die Tasche, weil die digital viel fitter sind, das hat nur was mit Übung zu tun. Es ist wie Fahrradfahren und vor diesem Hintergrund, seid mutig, traut euch ran, weil ihr kriegt das hundertprozentig hin. Was ist das Schlimmste, was passieren kann, dass du es zwei Mal machst? Du hast absolut nichts zu verlieren und nur was zu gewinnen und vor dem Hintergrund würde ich sagen, seid mutig, traut euch da ran. Ihr kriegt das sind.

Ria: Ich danke dir ganz herzlich! Ich bin unsagbar froh, dass wir so toll miteinander gesprochen haben und so viele Gedanken ausgetauscht haben und festgestellt haben, dass wir eigentlich sehr ähnlich ticken und das wir im Endeffekt eigentlich die gleichen Ziele haben. Und ich denke, ich kann heute schon sagen, wir bleiben in Verbindung. Ich möchte jetzt zum Schluss einfach nur noch sagen. Seien wir mutig, freundlich und negativ. Dann wird jeder Tag positiv. Ich danke dir ganz herzlich.

Stefan: Vielen, vielen Dank Ria und auch vielen Dank noch mal für die Einladung.

Ria: Und das war sie schon wieder. Die Extraportion MutmachGeschichten und wie immer. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung an Podcast@RiNo-Story.de. Als kleines Dankeschön für Sie und Ihre Treue erhalten Sie ein kostenloses 15 Minütiges Beratungsgespräch mit mir. Bis zum nächsten Mal. Herzlich, Ihre Ria Nolte, bekannt als RiNo Mutmacherin.

 

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Was unsere FortbildungsteilnehmerInnen sagen:

Sehr interessante Programme, nicht nur für Fremdsprachenunterricht
„Sehr interessante Programme, die nicht nur für den Fremdsprachenunterricht nutzbar sind, sondern auch allgemein für den Unterricht! Es wurde ein großer Raum für Nachfragen geboten.“
Laura Brandt
Hansagymnasium Stralsund
Lebendiges und aktivierendes Seminar
„Das Seminar war sehr gut, lebendig und aktivierend zugleich. Auf Fragen wurde immer wieder eingegangen und diese zufriedenstellend beantwortet.“
Michael Steinmann
Missionsgymnasium Bardel
Anschauliche Wissensvermittlung
„Die Veranstaltung war sehr anschaulich, die Anwendung übersichtlich und es wurde auf alle Fragen eingegangen!“
Mareike Beisteiner
St. Ursula-Schule Hannover
Viele Anregungen für die Gestaltung meines Unterrichts
„Ich habe viele Anregungen für die Gestaltung meines Unterrichtes erhalten. Ich habe einen guten Überblick erhalten - dafür vielen Dank auch an den Dozenten, der alles so gut erklärt hat!“
Julia Haberstroh
Gymnasium Hankensbüttel
Alle Inhalte wurden verständlich erklärt
„Die Veranstaltung war sehr informativ, ich habe viele neue Anregungen für meinen Unterricht und das Arbeiten zu Hause mitgenommen. Alle Inhalte und Vorgehensweisen wurden verständlich und umfassend erklärt und beschrieben.“
- Franziska Richter
Gymnasium Julianum Helmstedt
Sehr praxisorientiert mit vielen Beispielen
„Die Veranstaltung hat mir sehr gut gefallen, weil sie sehr praxisorientiert war und man viele Beispiele an die Hand bekommen hat, wie man die neuen Medien einfach und animierend im Unterricht einsetzen kann.“
Sophia Schulz
Geschwister-Scholl-Oberschule in Bad Laer
Praxisnahe Fortbildung - authentische Referentin
„Die Fortbildung war sehr praxisnah und wir hatten eine sehr authentische Referentin - man merkt, dass sie selbst diese Programme im Unterricht einsetzt!“
Tobias Stuckenberg
Paulus Schule in Oldenburg
Interessante und kreative Tools für meinen Onlineunterricht
„Ich habe interessante und kreative Tools für den (Online-)Unterricht kennengelernt. Der Referent hat unsere Gruppe sehr gut und sympathisch durch die Programme geführt und sie nachvollziehbar erklärt. Ich bin mir sicher, dass ich die Tools in Zukunft einsetzen werde.“
Laura Reckzeh
Regionales Berufliches Bildungszentrum, Fachgymnasium Stralsund
Praxisnah, informativ und spannend
„SEHR GUT! Praxisnah, informativ, spannend, auf die Schüler- und den Unterrichtsalltag bezogen. Viele Praxisübungen, wenig Input von vorne.“
Anna Lenzner
Edith-Stein-Realschule in KöIn
Hervorrangende Betreuung
„Die Onlinefortbildung zum Distanzunterricht war hervorragend. Unsere Dozentin war sehr kompetent, freundlich und ist flexibel auf alle Bedürfnisse eingegangen.“
Claas Dornhöfer
Studienseminar Cuxhaven
Die Veranstaltung war sehr praxisnah
„Das Angebot des Calleo Instituts hat uns sehr gefallen. Für uns als Schule ist es wichtig, auch mit kleinen Veränderungen viel erreichen zu können und die Durchführung der Veranstaltung war sehr praxisnah.“
Nadine Gohrs
Schulleiterin der Oberschule Esterwegen

Inhaltsverzeichnis

Autor: Stefan von Burggraf Frieling
Autor: Stefan von Burggraf Frieling

Geschäftsführer des Calleo Instituts

Stefan Burggraf von Frieling ist als Dozent an über 20 Universitäten tätig und ausgebildeter Gymnasiallehrer. Als Geschäftsführer des Calleo Instituts berät er Kultusministerien, Schulen und Führungskräfte in der Schullandschaft in den Bereichen Strategiemanagement, Digitalisierung & Lernpsychologie.

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Wir unterstützen Lehrkräfte bundesweit dabei, ihren Unterricht mithilfe von erfolgsbewährten, praxisnahen Konzepten nachhaltig zu verbessern und durch den Einsatz digitaler Medien noch lernwirksamer und spannender zu gestalten.

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